Roy und Trudie

Visuelles Konzept

Visuelles Konzept - Trudie, Trish und Roy
Anfangs dominieren gelbliche Bilder, die von einem Rauschen durchzogen sind, das visuelle Konzept. Ähnlich den Filmen der späten 70er und 80er soll die Farbigkeit des Filmes relativ blässlich und dezent wirken, obwohl der Film in der heutigen Zeit spielt. Dies soll die Forderung der Regisseurin nach einer Besinnung auf eine andere Zeit und damit auch auf andere Werte, untermalen. Doch die Farben verändern sich mit der Stimmung des Hauptcharakters, Roy, und mit der Atmosphäre des Films. In dem Moment, in dem Trish die Erkenntnis hat, dass sie Roy aus dem Weg räumen muss, weil sie nur so mit Trudie glücklich sein kann, ändern sich folglich auch die Farben: kalte Blau- und Grüntöne bestimmen das Bild. So wird der Film von der Farbigkeit her eine Hommage an die letzten Filme von Luis Buñuel, die Filme von Monty Python, an die alten Evil Dead Filme und an „Wild at Heart“ von David Lynch.

Die Kameraführung wird sich ebenfalls mit den Handlungen des Filmes verändern. Zunächst sehen wir Roy ganz nah und lernen ihn in ruhigen, großen Einstellungen kennen. Die Kamera wird ihn begleiten, sich aber vorwiegend langsam bewegen, nicht wackeln und dennoch nicht alles im Bild zeigen. Die Figuren werden stark angeschnitten zu sehen sein. Diese Bildkomposition soll verdeutlichen, dass die Charaktere etwas verbergen und der Zuschauer sie sprichwörtlich „nicht komplett sehen kann.“

Im Laufe des Filmes wird die Kameraführung immer beweglicher. Sie soll mehr und mehr eigendynamischer wirken und so die Kamera Trudie und damit verbunden das Medium Film thematisieren. Aber nicht nur das: die immer stärker bewegte und wackligere Kameraführung steht auch für die emotionale Verfassung der Figuren.